Geschäftsöffnungen: Handel sitzt im Trockenen – Kunden stehen im Regen

Der fast durchgehende Lockdown seit Anfang November bringt den Handel und die Dienstleister in Wels in eine immer verzweifeltere Lage. Einerseits besteht auf Grund der Schließung keine Möglichkeit Umsätze zu machen, andererseits wurden die zugesagten Hilfen seit November teilweise nicht ausbezahlt – beziehungsweise reichen diese nicht, um die Einnahmenausfälle abzudecken.

Den Unternehmern fehlt daher Liquidität, um neue Ware für die Frühlings-/Sommersaison einzukaufen. Viele müssen schon ihre privaten Reserven anzapfen. In dieser Situation überlegen daher viele Einzelhändler, ob sie ihre Geschäfte fortführen oder zusperren sollen. Das hätte dramatische Auswirkungen auf alle Städte, da die Ortszentren dann den Eindruck von Geisterstädten vermitteln.

Gerade in dieser Phase ist es notwendig den Menschen eine Perspektive zu geben. Ein wichtiger erster Schritt wäre alle Geschäfte bis 300 Quadratmeter – die meist ohnehin eigentümergeführt sind – aufsperren zu lassen. Davon würde vor allem der Einzelhandel – insbesondere im Bereich Mode, Schuhe, Schmuck – profitieren. Diesen Geschäften wäre es dann möglich, durch einen Abverkauf im Februar die dringend benötigte Liquidität zu schaffen. Die derzeit vorhandenen Sicherheitskonzepte sind dafür völlig ausreichend und funktionieren auch bei den großen Lebensmittelketten.

Dr. Andreas Rabl, Bürgermeister der Stadt Wels

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Bei der Öffnungsdebatte siegt derzeit die Unvernunft. Gerade in den kleinen, eigentümergeführten Geschäften sind ohnehin nie mehr als ein bis zwei Kunden gleichzeitig anwesend. Derzeit ist es so, dass die Kunden vor dem Eingangsbereich der Geschäfte im Regen warten und der Verkauf über die Gasse erfolgt. Gleichzeitig drängen sich Kundenmassen in den großen Lebensmittelhandelsketten. Das ist unzumutbar und unverständlich.“

Bild- und Fotoquelle: Stadt Wels