Wels baut:
neue Feuerwache Pernau an der Traun

In einen Neubau beim Zentralen Betriebsgebäude der Stadt Wels (Schießstättenstraße 50) soll noch heuer die Feuerwache Pernau übersiedeln. Den nötigen Grundsatzbeschluss fasste der Welser Gemeinderat am Montag, 22. März einstimmig. Der neue Standort am Traunfluss macht dort auch das Unterbringen aller Boote der Freiwilligen Feuerwehr Wels möglich.

Allgemeines

Die Pernau wird im Westen von der Osttangente (B 137 Innviertler Straße und B 138 Pyhrnpass Straße), im Norden von der Westbahn, im Osten von der A 25 Welser Autobahn und im Süden vom Traunfluss begrenzt. Im Stadtteil liegen ein großes Industrie- und Gewerbegebiet, einige Handelsbetriebe sowie mehrere traditionelle und neue stark wachsende Wohngebiete. Aufgrund dieser strategischen Bedeutung hat die Pernau bereits seit ihrer Eingemeindung 1938 eine eigene Feuerwache. Diese unterstützt mit momentan 14 Kameraden bei jährlich rund 100 Einsätzen die Kräfte aus der Hauptfeuerwache (Hamerlingstraße 3-5).

Stationiert ist die Freiwillige Feuerwehr Pernau seit nicht ganz einem halben Jahrhundert in der Linzer Straße 128. Das dort 1972 in Betrieb genommene Gebäude entspricht trotz einer Sanierung in den 1990er-Jahren schon lange nicht mehr den erforderlichen Standards: Beispielsweise fehlen passende Garderoben und Sanitäreinrichtungen. Zudem ist die Linzer Straße eine Einbahnstraße mit Fahrtrichtung stadtauswärts: Das schränkt das Aus- und Einrücken zum und vom Einsatz stark ein. Und die Gebäudesubstanz ist durch die lange Nutzungsdauer in einem derart schlechten Zustand, dass eine kostengünstige und nachhaltige Sanierung nicht mehr möglich wäre.

Feuerwehrkommandant Ing. Franz Humer, MSc: „Die Feuerwache Pernau Neu ist eine wesentliche Investition in die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr Wels und in die Sicherheit im Osten der Stadt. Für die Mannschaft wird der neue Standort sicherlich ein wesentlicher Motivator sein. Zusätzlich wird noch heuer im Herbst ein modernes Einsatzfahrzeug angekauft.“

Feuerwehrreferent Vizebürgermeister Gerhard Kroiß : „Der neue Standort der Feuerwache bedeutet mehr Sicherheit für die Bevölkerung und die Unternehmen in der Pernau. Außerdem erhalten die engagierten Einsatzkräfte endlich die ihnen zustehende moderne Infrastruktur. Und auch die Wasserfahrzeuge kommen im neuen Gebäude unter, wodurch das Bootshaus für eine neue Nutzung frei wird.“

Neuer Standort

Die neue Lage im östlichen Bereich des Industriegeländes hat für die Feuerwache Pernau gleich mehrere Vorteile: Die Anbindung an das Straßennetz ist vom Zentralen Betriebsgebäude (ZBG) aus viel besser als in der Linzer Straße. Damit ist die Feuerwehr künftig schneller als bisher am Einsatzort. Außerdem sind einige Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Pernau gleichzeitig auch Mitarbeiter einer jener städtischen Dienststellen, die im ZBG stationiert sind. Daraus ergeben sich wertvolle Synergieeffekte. Und schließlich wird das künftige Gebäude mit seiner rund 300 Quadratmeter messenden Grundfläche direkt am Traunfluss liegen. Somit können auch alle Wasserfahrzeuge der Welser Feuerwehr vom Bootshaus an der Traunuferstraße in die neue Feuerwache Pernau übersiedeln.

Die errechneten Gesamtkosten für den Neubau betragen laut Grundsatzbeschluss inklusive Eigenleistungen rund 865.000 Euro. Die Freiwillige Feuerwehr Wels wird sich daran jedenfalls mit 200.000 Euro aus der sogenannten Kameradschaftskasse beteiligen und die komplette Ausstattung der Feuerwache übernehmen. Die Anbindung an die bestehende Verkehrsfläche übernimmt die städtische Dienststelle Tiefbau, die Gestaltung der Grünanlage die Stadtgärtnerei.

Die Errichtung des Gebäudes selbst wird ausgeschrieben, wobei der Bestbieter als Generalunternehmer folgende Leistungen erbringen muss: Baukoordination und Bauüberwachung, Bauleistungen, schlüsselfertige Ausbauarbeiten, Bauzwischen- und Endreinigung, Außenanlagen (ausgenommen Anbindung an die bestehende Verkehrsfläche), elektrotechnische (ausgenommen Lieferung und Montage der Beleuchtung) und haustechnische Installationen, Erstellen aller Plandokumente sowie normgerechte Abnahmen und Übergaben. Die Arbeiten sollen nach derzeitigem Stand heuer im Juni beginnen und noch vor Jahresende abgeschlossen sein.

Zukunft alte Standorte

Noch nicht gefallen sind die Entscheidungen über die Nachnutzungen der dann ehemaligen Feuerwache Pernau und des dann ehemaligen Bootshauses: Der Standort Linzer Straße 128 könnte möglicherweise verkauft werden. Für den Standort an der Traunuferstraße gegenüber der Turn- und Kletterhalle an der Traun bemüht sich die Stadt Wels – wie berichtet – seit einigen Jahren um interessierte langfristige Pächter aus der Gastronomie. Die entsprechenden Gespräche und Verhandlungen wurden durch die COVID-19-Pandemie naturgemäß verzögert, sind nun aber wieder im Laufen.

Text-Bild und Videoquelle: Stadt Wels