Gewalt an Frauen: Wels beugt vor

Die jüngste Serie an Frauenmorden hat bundesweit eine mediale Diskussion über Gewalt an Frauen ausgelöst. Für Wels verweist die Vizebürgermeisterin Christa Raggl-Mühlberger auf die umfangreichen Vorbeugungsmaßnahmen in der Stadt.

Bei der städtischen Frauenbeauftragten steigen die Zahlen jener unterstützungssuchenden Frauen, bei denen Gewalt ein Thema ist, seit dem dritten Quartal 2020 an. Telefonisch erreichbar ist Claudia Glössl, MAS, MSc, MA unter Tel. +43 7242 235 5050.

Auch die Familienberatungsstelle bietet umfassende Beratung für Frauen an. Für Terminvereinbarungen ist das Team Dienstag von 14:00 bis 17:00 Uhr sowie Mittwoch von 09:00 bis 12:00 Uhr unter Tel. +43 7242 295 86 erreichbar. Die Scheidungsberatung findet direkt bei Gericht statt, die übrigen Angebote im Sozialpsychischen Kompetenzzentrum (Dragonerstraße 22).

Für Frauen in schwierigen Lebenslagen stehen weiters am Martin-Luther-Platz 1 sowohl die Frauenberatung unter Tel. +43 7242 452 93 (Montag von 10:00 bis 18:00 Uhr sowie Dienstag bis Freitag von 08:30 bis 11:30 Uhr) als auch die Aktion Familie Wels unter Tel. +43 7242 441 86 (Montag, Mittwoch und Freitag von 08:00 bis 11:00 Uhr sowie Montag auch von 17:30 bis 19:30 Uhr) beratend zur Verfügung. Kostenlos und anonym ist das Frauenhaus Wels rund um die Uhr unter dem Notruf Tel. +43 7242 678 51 für von Gewalt betroffene Frauen da: Infos unter frauenhaus-wels.at im Internet.

All diese Einrichtungen arbeiten eng mit der Stadt zusammen. Zudem vernetzen sich die autonomen österreichischen Frauenhäuser in Oberösterreich, Salzburg und Wien derzeit gerade im Zuge des EU-Projektes MARVOW (Multi-Agency Responses to Violence against Older Women).

Wels hat sich bereit erklärt, die Koordination für die Steuerungsgruppe und Fallkonferenzen nach Abschluss des Projektes für Oberösterreich zu übernehmen.

Weiters fordert die Stadt bereits seit dem Frauentag 2020 die Übernahme des Vorzeigeprojektes „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ auch für Wels. Ein Aushang in Mehrparteienhäusern der Heimstätte mit der rund um die Uhr erreichbaren Frauenhelpline gegen Gewalt unter Tel. +43 800 222 555 war bereits eine solche stadtteilspezifische Umsetzung.

Bei der Bewusstseinsbildung hat die Beteiligung der Stadt Wels an der Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ bereits Tradition. Diese beginnt weltweit jährlich am 25. November am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen. Vor COVID-19 gab es jedes Jahr einen themenspezifischen Filmabend und 2019 etwa eine Plakataktion, bei der Männer der Gewalt an Frauen eine klare Absage erteilten. In der Pandemie fortgesetzt wurde das Hissen der Flagge der Aktion „Frei leben ohne Gewalt“ der Menschenrechtsorganisation „Terre des femmes“ am Stadtplatz: Diese weht jährlich bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember. Auch der Ledererturm erstrahlt als Welser Wahrzeichen im Zuge der Aktion einen Abend lang in der Farbe Orange.

Textquelle: Stadt Wels

Vizebürgermeisterin Christa Raggl-Mühlberger

Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Christa Raggl-Mühlberger:Nein heißt immer Nein! Gewalt an Frauen ist die häufigste Menschenrechtsverletzung, ist nicht tolerierbar und hat nirgendwo einen Platz! Gewalt ist keine Lösung und ist, in welcher Form auch immer, niemals zielführend und inakzeptabel. Bedanken möchte ich mich bei all jenen, die sich in anonymen und kostenlosen Beratungen um alle jene Frauen kümmern, die Gewalt erfahren haben und die unseren Schutz benötigen.“