Bundesrechnungshof lobt Sprachförderung in Wels

In der Statutarstadt Wels werden Kinder bereits ab drei Jahren in den Kindergärten in Deutsch gefördert. Die Kosten für diese frühe Unterstützung trägt die Stadt selbst, da die Bundesförderung erst für Kindergartenkinder ab vier Jahren einsetzt. Die jährlichen Lohnkosten in der Sprachförderung betragen rund 860.000 Euro. Der Förderbetrag des Landes beläuft sich auf 480.000 Euro, der Rest von 380.000 Euro wird von der Stadt Wels getragen.

Vom Bundesrechnungshof wurden nun die Bundesländer Ober- und Niederösterreich sowie die Städte Wels und Schwechat im Zeitraum von 2016 bis 2019 geprüft. Fest steht, dass sich Kindergärten zunehmend zu Bildungseinrichtungen weiterentwickeln. Als Ort der frühen Sprachförderung sind sie somit für einen nachhaltigen Bildungserfolg ausschlaggebend.

Aktuell werden in der Stadt Wels 964 von insgesamt 1.334 Kindern sprachgefördert, das sind rund 72 Prozent aller Kindergartenkinder.

Aus dem Gutachten geht weiters hervor, dass die Stadt ab dem Kindergartenjahr 2016/17 verstärkt Pädagoginnen ausschließlich für die Sprachförderung einsetzt. Derzeit sind rund 40 Sprachpädagogen in den städtischen Kindergärten im Einsatz. Die Qualifikationsanforderungen gehören in Oberösterreich mit Abstand zu den höchsten in ganz Österreich.

Aufgrund der zahlreichen Industriebetriebe gibt es in Wels eine sehr hohe Siedlungsdichte (zweithöchste Dichte hinter Wien) und eine überdurchschnittliche Zahl an Kindern mit Migrationshintergrund. Insgesamt kann man von 42 Muttersprachen ausgehen, die in den Welser Kindergärten vertreten sind.

Positiv erwähnt wurde vom Rechnungshof das „Übergabeblatt“, das den Volksschulpädagogen beim Wechsel in die Volksschule übergeben wird. Diese BESK-Ergebnisse (Sprachstandfeststellungen) ermöglichen einen raschen Überblick über die Sprachkenntnisse der Kinder.

Erkannt wurde auch, dass eine Optimierung der Schnittstellen zwischen Kindergärten und Schulen sinnvoll wäre. Die Stadt Wels sieht hier einen dringenden Handlungsbedarf beim Gesetzgeber. In Wels sind dazu Vernetzungstreffen zwischen Kindergarten- und Schulpädagogen geplant.

Kritisch beurteilt der Rechnungshof, dass die Zuschüsse für die frühe sprachliche Förderung erst im Folgejahr zur Auszahlung gelangen. Das bedeutet, dass die Gemeinden die gesamten Kosten vorschießen müssen.

Bürgermeister mit Stadträtin Josseck-Herdt

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Je früher mit dem Erlernen einer Zweitsprache begonnen wird, umso besser für die Kinder. Der Erfolg gibt uns Recht. Allerdings muss es gelingen, die Eltern mehr in die Verantwortung zu nehmen und die Sprachförderung auch an den Schulen weiter auszubauen. Nur so erhalten die Kinder eine langfristige Chance auf einen erfolgreichen Bildungs- und Berufsweg.“

Generationen-Stadträtin Margarete Josseck-Herdt: „Sprachliche Förderung gehört zu den Kernaufgaben der Kinderbetreuung. Es freut mich, dass der Rechnungshof der Stadt Wels ein gutes Zeugnis ausgestellt hat. Großer Dank gebührt allen Mitarbeiterinnen der Kindergärten, die mit großem Engagement die Kinder unterrichten.“

Textquelle: Stadt Wels