Mobiles Wels – Bilanz und Ausblick in die Mobilitätszukunft

Wels macht mobil

Die Stadt Wels sowie ihr Umland liegen zentral im Herzen Österreichs. Wels stellt seit Jahren einen bedeutenden Wirtschafts- und Innovationswachstumsraum dar. Als wesentliche Gunstfaktoren spielen hierbei die zentrale Lage im gesamteuropäischen Kontext an den Schnittpunkten bedeutender Handels- und Verkehrswege, sowie die positiven topographischen Verhältnisse im außeralpinen Österreich eine Rolle. Die Stadt Wels sowie ihre neun direkten Umlandgemeinden Buchkirchen, Holzhausen, Gunskirchen, Krenglbach, Schleißheim bei Wels, Steinhaus, Thalheim bei Wels, Weißkirchen an der Traun und Marchtrenk stehen im Mobilitätsbereich durch das starke Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum vor ähnlichen Herausforderungen wie andere Großstadtregionen. Das individuelle Mobilitätsbedürfnis nimmt stetig zu, weshalb Insbesondere die Anforderungen sowohl an die Leistungsfähigkeit als auch die Effizienz der Verkehrsinfrastruktur in der gesamten Region steigt. Daraus ableitend setzen wir uns dafür ein, dass das Mobilitätsangebot kontinuierlich ausgebaut wird und fördern innovative Mobilitätslösungen. Eine leistungsfähige und sichere Infrastruktur steht dabei im Zentrum. Um diesen Anforderungen jetzt und auch zukünftig gerecht zu werden, braucht es einen umfangreichen Mobilitätsmaßnahmen-Mix damit die Mobilitätsbedürfnisse der Gesellschaft erfüllt werden können. „Am heutigen Tag ziehen wir sowohl Bilanz und geben ebenso einen Ausblick über die zukünftigen Aktivitäten Felder denen wir uns beim Thema Mobilität widmen wollen“, unterstreichen Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner und Bürgermeister von Wels Dr. Andreas Rabl. Als zweitgrößte Stadt in Oberösterreich und als achtgrößte Stadt in Österreich hat Wels einen hohen Stellenwert. Weichenstellungen in Richtung einer starken, leistungsfähigen Infrastruktur und einer modernen Mobilität sind wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Zukunft der Statutarstadt.

Investitionen für die Menschen und den Wirtschaftsstandort

Land OÖ und die Stadt Wels haben in den vergangenen fünf Jahren in den Ausbau der Mobilitätsinfrastruktur investiert. Mit modernen Projekten und wichtigen Maßnahmen ist es gelungen das Angebot einer leistungsfähigen Mobilität auszubauen. In der folgenden Übersicht werden die zentralen und wichtigsten Projekte genannt.

2016: Einführung der S-Bahn:

Im Jahre 2016 wurde in Oberösterreich ein S-Bahn-System eingeführt. Durch die Linie S2 wachsen die beiden größten Wirtschafts- und Lebensräume Wels und Linz näher zusammen. Ebenso wurden die Gemeinden die zwischen beiden Ballungsräumen liegen optimal vernetzt. Das Fahrplanangebot auf der Westbahnstrecke zwischen Wels und Linz wurde in den vergangenen Jahren stark ausgeweitet. Attraktive Fahrzeiten in der Zeitspanne von 15 bis 22 Minuten zwischen Wels und Linz formen ein tolles Bahnangebot, dass für zahlreiche Pendler eine wahrhaftige Alternative zum Individualverkehr darstellt. Seit 2016 verkehrten zwischen Wels und Linz, inklusive der S-Bahn Garnituren rund 220.000 Pendlerzüge. Das entspricht rund 160 Zugverbindungen pro Werktag. Rund alle 20 Minuten finden somit Welser die Möglichkeit mittels Bahn nach Linz zu reisen. Damit ist auch gleichzeitig das Maximum an Wegeverbindungen erreicht und die Mobilitätsmöglichkeiten ausgelastet. Mit dem 4-gleisigen Ausbau auf der Westbahnstreck können zukünftig Adaptierungen des S-Bahnnetzes in Wels sowie weitere Taktverdichtungen vorgenommen werden.

2017: Bau des Parkdeck Wels – eine der größten Park-and-Ride-Anlage des Landes

Im September 2017 erfolgte der Baustart der größten Park-and-Ride-Anlage des Landes, dem Parkdeck Wels. Insgesamt zehn Millionen Euro investieren die ÖBB-Infrastruktur AG, Land OÖ und die Stadt Wels in ein neues Parkdeck mit vier Ebenen direkt angrenzend an den Hauptbahnhof Wels. In einer der größten Park-and-Ride-Anlagen des Landes werden 545 PKW-Stellplätze und 490 Fahrrad-Abstellplätze zur Verfügung gestellt.

2018: Rad-Modellregion Wels und Wels Umland startet durch

Der Großteil der Wege in der Region Wels liegt innerhalb der Raddistanz von zwei bis zehn Kilometern und kann in fünf bis 30 Minuten zurückgelegt werden. Wels und Radfahren ist somit eine gute Kombination. Aufgrund dieser guten Rahmenbedingungen wurde im Juni 2018 die Radmodellregion Wels Umland ins Leben gerufen. Ziel dieses Landes-Projekts ist es, eine deutliche Steigerung des Radverkehrs in der Stadt Wels und der Umlandregion zu erzielen. Teilnehmer an diesem Projekt sind die Statutarstadt Wels mit den Partner-Gemeinden: Buchkirchen, Gunskirchen, Holzhausen, Krenglbach, Marchtrenk, Schleißheim, Steinhaus, Thalheim sowie Weißkirchen. Bereits in der Verkehrserhebung 2022 sollen die erzielten Ergebnisse sichtbar werden. Die Radmodellregion Wels Umland fungiert mit verschiedensten Projekten und Aktionen rund um das Thema Radfahren, als ein modernes Testlabor für das gesamte Land Oberösterreich. Diverse Pilotprojekte sind so ausgewählt, dass sie aufzeigen, was notwendig ist und was am besten wirkt, damit mehr Menschen mit dem Rad zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen und zu sonstigen Freizeit-Anlässen fahren.  Mit dem Projekt „FahrRad-Modellregion OÖ“ sollen in einem Zeitraum von vorerst fünf Jahren verstärkte Maßnahmen und Pilotprojekte zur Förderung des Radverkehrs in den Handlungsfeldern Bewusstseinsbildung, Rahmenbedingungen und Infrastruktur umgesetzt werden.

2019: Anschlussstelle Wels Wirtschaftspark eröffnet

Am 30. April 2019 erfolgte der offizielle Spatenstich für die neue Anschlussstelle Wels Wirtschaftspark an der A8 Innkreis Autobahn. Gemeinsam mit der ASFINAG, konnten Land Oberösterreich sowie Stadt Wels die Verkehrsfreigabe noch im Dezember 2019, nach achtmonatiger Bauzeit, begehen. Knapp zehn Millionen Euro wurden für diese wichtige Infrastrukturmaßnahme investiert. Die Vollanschlussstelle ist vor allem für die bestehenden und noch anzusiedelnden Betriebe in Wels-West wichtig. Diese haben dadurch eine direkte Verbindung zur A8 Innkreis Autobahn. Die Verkehrsentlastung des untergeordneten Netzes erfolgt besonders vom Schwerverkehr.

2020: Mobilitätsleitbild Wels

Vor dem Hintergrund, dass die Stadt Wels und deren Umlandgemeinden ein überproportionales Wirtschafts- und Gesellschaftswachstum aufweisen, wurde für die Region ein Gesamtverkehrskonzept in Auftrag gegeben, das Land und Gemeinden in einer gemeinsamen Prozess erstellen und langfristig umsetzen wollen. Das Ziel des zu erstellenden Mobilitätsleitbildes liegt darin, eine verkehrspolitische Strategie für die Region zu erstellen, die sich aus einem generellen Leitbild sowie klar abgesteckten Handlungsfeldern zusammensetzt. Das sich daraus ergebende Maßnahmenprogramm zeigt konkrete Punkte und Handlungserfordernisse auf. Im Rahmen eines Umsetzungsprozesses sollen verschiedene Einzelprojekte verfolgt und umgesetzt werden. Alle Maßnahmen sind im Sinne einer starken Kooperation zwischen Land Oberösterreich, der Stadt Wels sowie deren Umlandgemeinden und weiteren Akteuren zu sehen. Das Mobilitätsleitbild soll noch heuer präsentiert werden.

2021 Neugestaltung des Kaiser-Josef-Platzes und Neugestaltung der Busdrehscheibe

Der Kaiser-Josef-Platz erhält im Jahr 2021 ein neues Gesicht. Voraussichtlich noch bis Ende September fungiert die Karl-Loy-Straße als Übergangslösung. Das Ziel ist auch eine verkehrstechnische Modernisierung. Schließlich ist der Kaiser-Josef-Platz der zentrale Verkehrsknotenpunkt für den innerstädtischen und regionalen Kraftfahrlinienverkehr. An diesem Standort nutzen pro Jahr rund 100.000 Fahrgäste die öffentlichen Verkehrsangebote. Da es sich um einen prominenten, hochfrequentierten Ort in Innenstadtlage handelt, sollen auch die Fahrgastinformation für die Regionalverkehre, mittels dynamischer Fahrgastinformation digitalisiert werden. So sind die Fahrgäste stets up to date und erhalten eine klare Informationsverbesserung.

2021: Wels und Land Oberösterreich kämpfen gemeinsam gegen Raser

Bereits 2020 wurden gemeinsam mit dem Stadtpolizeikommando Wels und den Amtssachverständigen des Landes OÖ verschiedene Schwerpunktkontrollen durchgeführt. Im Fokus stand dabei die sogenannte Roadrunner-Szene. Bei der letzten Schwerpunktaktion vor etwa einem Monat wurden 46 Fahrzeuge auf ihre technische Sicherheit kontrolliert. Bei jedem neunten Fahrzeug wurden derartige Mängel sowie illegale Tuningverbauungen festgestellt, dass die Kennzeichen an Ort und Stelle abgenommen werden mussten. Ebenfalls wurden Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Von den rund 7.900 Radarkontrollen, überschritten rund 605 Lenker die zulässige Fahrgeschwindigkeit. Als negativer Spitzenwert wurden 151 km/h im Bereich einer 70iger Beschränkung registriert. Basierend auf den Ergebnissen reagierte die Stadt prompt und installierte an einem neuralgischen Punkt eine Radarüberwachung. Die Rede ist von der Salzburger Straße gegenüber dem Sternhochhaus, wo bereits des Öfteren illegale Autorennen stattfanden. Um die Bevölkerung zu schützen sind weitere Schwerpunktkontrollen eingeplant. Um die Entwicklungen hinsichtlich gefährlicher und illegaler Autorennen zu unterbinden, sollen passende, gesetzliche Restriktionsmaßnahmen geschaffen werden.

Was wir in Zukunft noch erreichen und umsetzen wollen

Obwohl von Seiten der Stadt und des Landes bereits viele Mobilitätsthemen konstruktiv angegangen wurden, gibt es auch in Zukunft noch viel zu tun. Wichtige Schwerpunktfelder, welche mit Elan und Einsatzfreude angegangen werden sollen werden nachfolgend erläutert.

Förderung der Geh- und Radmobilität

Der Ausbau der Geh- und Radwegeinfrastruktur ist von großer Relevanz, um eine positive Entwicklung des Modal Split zu fördern. Zwischen Wels und Schleißheim wird deshalb eine Geh- und Radwegbrücke über die Traun entstehen. Mit diesem „Lückenschluss“ wird nicht nur eine regionale Nord-Süd-Radverbindung geschaffen, sondern darüber hinaus eine überregionale Radverkehrsverbindung ermöglicht. Rund 25.000 Einwohner profitieren von der „Neuen Traunbrücke“ und der Vernetzung der Gemeinden Schleißheim, Weißkirchen, aber auch südlicher gelegener Gemeinden wie Sipbachzell. Die sichere und radverkehrsfreundliche Verbindung ohne Steigungen nach Wels dient zu guter Letzt auch der Steigerung der Verkehrssicherheit. Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Mit der Planung der Traunbrücke Wels-Schleißheim kommen wir der Umsetzung wieder ein Stück näher. Die Brücke wird ein wichtiges Verbindungsglied zwischen der Stadt und den Umlandgemeinden für alle Radfahrer.“

Umsetzung der Ziele des Gesamtverkehrskonzepts

Das Ziel, dass in der Finalisierung befindlichen Gesamtverkehrskonzepts liegt darin, eine verkehrspolitische Strategie für die Region Wels und Wels Umland zu erstellen, die sich aus einem generellen Leitbild sowie klar abgesteckten Handlungsfeldern zusammensetzt. Die sich aus den Handlungsfeldern ergebenden, einzelnen Maßnahmen sollen effiziente, zielführende, Ergebnisse erzielen. Die Inputs aus den Dialogforen sowie Einzelgesprächen zwischen Land, Stadt und Gemeinden fanden umfassend Berücksichtigung. Hohe Priorität wird das Handlungsfeld des Öffentlichen Verkehrs erhalten. „Die Vergangenheit zeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Land Oberösterreich und Stadt Wels im Bereich Mobilität bereits sehr gut funktioniert. Wir wollen diese Kooperation zwischen beiden Aufgabenträgern in Zukunft ausbauen und noch weiter stärken.

Ausbau des Öffentlichen Verkehrs in Wels

Deshalb wurden von Magistrat und Land mögliche Standorte für Erweiterungspotentiale der S-Bahn-Haltestellen entlang der Westbahn in Wels untersucht. Die Haltestellen sollen als Mobility-Points ausgebildet werden. Dabei sollen die Bereiche Infrastruktur, Service und Mobilitätsangebote gesamtheitlich vernetzt werden. Die Schaffung von PKW-Parkplätzen, überdachten Fahrradabstellplätze, Bike-Sharing, Car-Sharing, Elektro-Scooter und ÖV-Angeboten soll gewährleistet werden. Somit können Pendlerinnen und Pendler individuell aber auch umweltschonend ihre Wege beschreiten können. Darüber hinaus sollen auch Abholboxen, für das Hinterlegen des Einkaufs, Paketdienste als Service-Komponente in die Mobility-Points eingebunden werden. Mittels Photovoltaik soll auch der Strom zumindest teilweise vor Ort erzeugt werden. Die gemeinsamen Evaluierungen weiterer S-Bahn-Haltestellen umfassen sechs weitere Standorte im Welser Stadtgebiet. Besonders Standorte, wie bspw. die Unterführung Wimpassing hätte eine große Wirkung auf die unmittelbare Erreichbarkeit der Wohngebiete Vogelweide-Gartenstadt und Lichtenegg. Da ein Mobility-Point diese bevölkerungsstarken Standorte fußläufig, per Rad oder E-Scooter sehr gut anbinden würde, sind hohe Potentiale gegeben. Das würde darüber hinaus auch den innerstädtischen Individualverkehr reduzieren. Die ÖBB untersucht derzeit in Abstimmung mit dem Land OÖ und dem BMK die entsprechenden Möglichkeiten. Ziel ist die Detailuntersuchung und Einbettung der sinnvollsten machbaren Standorte in das Zielnetz 2040. Die Betrachtungen – auch eines möglichen zukünftigen S-Bahn-Angebotes samt Potenziale – erfolgen im Kontext zum 4-gleisigen Ausbau der Westbahn.

Mögliche zusätzliche S-Bahn-Standorte

Bildtext: Mögliche zusätzliche S-Bahn-Standorte

„Neben der Vernetzung der Verkehrsträger mit intelligenten Mobility-Points gilt es sich auch bei den räumlichen Strukturen das Mobilitäts- und Verkehrssystem gut aufeinander abzustimmen. So schaffen wir ganz im Sinne unserer Initiative – Mobil ans Ziel – automatisch Bewusstsein für eine clevere Mobilität“, so Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner.

„Noch in diesem Sommer werden wir ein weiteres tolles Mobilitätsprojekt präsentieren, dass unterstreichen wird, welches Knowhow in dieser starken und tollen Wirtschafts- und Innovationsregion herrscht“, so Steinkellner und Rabl abschließend.

Bild- und Textquelle: Land OÖ