Wels feiert 800 Jahre Stadterhebung

Das Jahr 1222 ist ein denkwürdiges Jahr in der Geschichte der Stadt Wels. Damals wurde Wels zum ersten Mal urkundlich als „civitas“ (lateinisch für Stadt) erwähnt. Es waren die Babenberger, die Wels als Stadt beurkundeten. Schon damals gehörte Wels – neben Linz, Steyr und Enns – zu den größten Ansiedlungen Oberösterreichs.

Im Jubiläumsjahr 800 Jahre Stadt Wels wird ein umfangreiches Jahresprogramm mit Veranstaltungen, Ausstellungen, Festivals und vielem mehr geboten. Dabei wird nicht nur die spannende Stadtgeschichte beleuchtet, sondern – aufbauend auf den geschichtlichen Ereignissen – die heutige Situation diskutiert und Visionen für die Zukunft von Wels entworfen.

Marke Wels 800

Auch der städtische Markenauftritt wird dem Jubiläum angepasst: Das Jubiläumsjahr soll in ganz Wels mittels eines eigenen Logos sichtbar werden. Das 800-Jahre-Wels-Logo orientiert sich dabei am bestehenden der Stadt Wels. Es wird 2022 flächendeckend auf Druckwerken, Flyern, Inseraten, E-Mail-Signaturen, Werbemitteln etc. verwendet.

Im Alltag soll das Wels 800-Logo den Welsern und Gästen von außerhalb weiters auf Fahnen, Plakaten und Transparenten begegnen. Auch im Handel, am Markt und in der Gastronomie soll es Verwendung finden. Sammler können sich – ähnlich wie bereits beim Maximilian-Gedenkjahr 2019 – auch auf eigens für das Jubiläumsjahr geprägte Medaillen und gedruckte Sonderbriefmarken sowie Jubiläums-0-Euro-Scheine freuen.

Kulturreferentin Vzbgm. Christa Raggl-Mühlberger und Bgm. Dr. Andreas Rabl freuen sich auf ein großartiges Jubiläumsjahr.

Geschichtlicher Hintergrund

Der historische Anlass für die Jubiläumsfeierlichkeiten ergibt sich aus einer Urkunde, die der Babenbergerherzog Leopold VI. im Jahr 1222 ausstellen ließ. Diese wird heute im Stift Lambach aufbewahrt. Darin wird Wels erstmals „civitas“ (lateinisch für Stadt) genannt.

Anmerkung: Das römische Stadtrecht – und damit die Bezeichnung „municipium“ – hatte die damalige blühende Siedlung Ovilava bereits vor bald 1.900 Jahren im Jahr 122 von Kaiser Hadrian bekommen. Es folgte eine weitere Erhebung zur „colonia“, ehe Ovilava mit dem Untergang von Westrom Ende des 5. Jahrhunderts weitgehend erlosch. Frühe Eckpunkte auf dem Weg zur modernen Stadt Wels waren die Errichtung der 776 erstmals urkundlich erwähnten Siedlung „castrum uueles“ durch die „Baiern“ sowie der schrittweise Verkauf der Welser Besitzungen des Hochstiftes Würzburg an die Babenberger beginnend mit dem Jahr 1200 bis zur erwähnten Nennung als Stadt im Jahr 1222.

Vom Kinderbuch bis zur Stadtgeschichte

Im Jubiläumsjahr werden vor allem auch die Kinder nicht zu kurz kommen. So entsteht gerade der dritte Band der Buchreihe „Elsie und Ovil“ passend zum Jubiläum unter dem Motto „Reisen in die Vergangenheit“. Geschrieben und gestaltet wird das Buch wieder von Gerlinde Bäck-Moder (Text), Christine Zeilberger (Illustration) und Bettina Mayer (Organisation etc.).

Die Welser Kinder können sich aber noch auf viele andere Veranstaltungen freuen, wie beispielsweise das 800-Jahre-Jubiläums-Stadtfest „Wels feiert“. Diese steht zwei Tage von Freitag, 24. bis Samstag, 25. Juni im Zeichen der Familien (Details siehe weiter unten). Verteilt werden dabei unter anderem Seifenblasen, Luftballons und andere Giveaways. Für Jugendliche wird es beispielsweise Sonnenbrillen oder Kappen geben.

In Zusammenarbeit mit der Firma Piatnik ist für die ganze Familie eine eigene Wels-Ausgabe des Brettspiel-Klassikers DKT in Arbeit. Dabei kann nicht nur „das kaufmännische Talent“ getestet werden, sondern man erfährt auch einiges über die Welser Stadtteile, Straßen und Sehenswürdigkeiten.

Einen Überblick über die historischen Ereignisse, Anekdoten etc. vom 2. Jahrhundert bis heute und auch über sämtliche Jubiläumsveranstaltungen (siehe dazu weiter unten) gibt auch ein eigener Abreißkalender mit Bildern aus dem Stadtarchiv und -museum (Dienststelle Kulturservice).

Erstmals seit mehr als 35 Jahren wird auch wieder eine umfassende Stadtgeschichte veröffentlicht. Unter dem Titel „Wels – Die Stadt von ihren Wurzeln ins neue Jahrtausend“ bieten die Autoren Mag. Karin Bachschweller und Mag. Michael Kitzmantel vom Stadtarchiv (ebenfalls Dienststelle Kulturservice) einen reich bebilderten Überblick über die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen, die Wels zu dem gemacht haben, was es heute darstellt. Der Zeitraum reicht dabei von den ersten steinzeitlichen Funden bis ins neue Jahrtausend.

Eröffnungsveranstaltung

Der offizielle Beginn der Jubiläumsfeierlichkeiten findet am Donnerstag, 31. März ab 17:00 Uhr im Stadttheater Greif (Rainerstraße 2) statt. Die Festrede wird Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer halten. Unter dem Motto „Wels 800 – Ouvertüre“ erwartet die Gäste eine Talkrunde mit prominenten Welsern beziehungsweise Menschen mit Wels-Bezug aus Wirtschaft, Sport und Kultur. Umrahmt wird die Jubiläumsfeier musikalisch von Stücken, die regionale Darsteller aussuchen und vorbereiten. Ebenfalls geplant ist ein gemeinsamer „City-Walk“ durch die Innenstadt zum Festbieranstich am Welser Volksfest.

Eine Variante des Jubiläumslogos der Stadt Wels.

Kulturprogramm Oktogon

Am Freitag, 1. April startet das von der Dienststelle Veranstaltungsservice und Volkshochschule organisierte Kulturprogramm Oktogon. Es wird in acht Veranstaltungen kulturelle Schwerpunkte und Epochen in Jahrhundertschritten beleuchten. Die Termine im Überblick (Details folgen zeitgerecht):

  • Freitag, 1. April, 19:30 Uhr, Theater Vogelweide (Johann-Strauß-Straße 20): Uraufführung eines Stückes von Franz Strasser über Walther von der Vogelweide.
  • Donnerstag, 7. April, 19:30 Uhr, Minoriten (Minoritenplatz 4): Die Cappella Ovilava spielt auf Originalklanginstrumenten historische Instrumentalmusik aus dem 14. Jahrhundert.
  • Freitag, 29. April, 19:30 Uhr, Minoriten: Hans Sachs- und Bach-Chor widmen sich Meistersinger Hans Sachs und der Reformationszeit im 16. Jahrhundert (Johann Sebastian Bach).
  • Samstag, 7. Mai, 10:30 und 16:00 Uhr, Kornspeicher (Freiung 15): „Elsie und Ovil unterwegs mit dem Kaiser“ – Kindertheaterstück ab drei Jahren nach Band 1 der Buchserie.
  • Sonntag, 22. Mai, 19:30 Uhr, Pfarrkirche Heilige Familie (Johann-Strauß-Straße 20): Chorvereinigung NowaCanto und OÖ Mozartensemble präsentieren die Wiener Klassik.
  • Donnerstag, 2. Juni, 19:30 Uhr, Burggarten (Burggasse 13): Eisenbahnermusikverein und Stadtmusik Wels präsentieren gemeinsam die Entwicklung der Blasmusik.
  • Freitag, 10. Juni, 20:00 Uhr, Minoritenplatz: Das Kiwanis Klassik Open-Air wird u.a. mit dem städtischen Symphonieorchester und Welser Chören wiederbelebt.
  • Den Oktogon-Schlusspunkt setzt am Freitag, 4. November um 19:30 Uhr im Stadttheater Greif die Uraufführung der Produktion „Plus 100“. Noch bis Ende Jänner sind in Wels lebende oder arbeitende Menschen aufgerufen, Ideen zu liefern, wie Wels in einhundert Jahren aussehen könnte. Daraus konzipieren Gabriele-Kirsten Lutz und Helmut Schmidinger mit Profis und Amateuren ein Musiktheater, das in die Zukunft schaut.

Museums-Sonderausstellung

Am Donnerstag, 12. Mai um 19:00 Uhr steigen auch die Stadtmuseen in das Jubiläumsjahr ein. Die Eröffnung der Sonderausstellung „Wels 800 – Geschichte einer Stadt“ findet bei Schönwetter vor dem Stadtmuseum Burg (Burggasse 13) im Burggarten und bei Schlechtwetter im Stadtmuseum Minoriten (Minoritenplatz 4) statt. Die Schau eröffnet mit einzigartigen Objekten die Chance, Aspekte der Stadtgeschichte neu zu entdecken und die Zukunft von Wels weiter zu denken.

Ausgehend von umfangreichen Sammlungen von Stadtmuseen und -archiv erzählt die Ausstellung die Geschichte von Wels. Diese kennt Epochen des Wohlstands und Zeiten tiefgreifender Verluste. Sie ist vor allem die Geschichte von unzähligen Menschen, die die Stadt zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Modelle und mediale Einrichtungen geben einen Überblick über das städtebauliche Werden der Stadt von ihren Ursprüngen als kleine Siedlungskerne über die großen Veränderungen des 19. Jahrhunderts bis zur heutigen Ausdehnung. Originaleinrichtungen aus der Handels- und Wirtschaftsgeschichte werden gezeigt. Themen wie Verkehr, Bürgertum, Handwerker/Zünfte, Handel/Märkte, Kirche, Vereinsleben oder Verwaltung ergeben ein eindrucksvolles Wels-Bild. Wie erwähnt, war Wels bereits in der Römerzeit vor bald 1.900 Jahren als „municipium Aelium Ovilava“ eine Stadt. Die Dauerausstellung im archäologischen Museum in den Minoriten wird für das Jubiläumsjahr mit Informationen und Objekten zur Funktion und Bedeutung als römische Stadt ergänzt. Das städtische Leben in der Römerzeit wird dadurch für die Besucher erlebbar. Die Möglichkeit zur Besichtigung der Sonderausstellung besteht von Freitag, 13. Mai bis Sonntag, 30. Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten: Diese sind Dienstag bis Freitag 10:00 bis 17:00 Uhr, Samstag 14:00 bis 17:00 Uhr und Sonn- und Feiertag 10:00 bis 16:00 Uhr.

Stadtfest und MusikfestiWels

Auch die Events der Wels Marketing & Touristik GmbH stehen 2022 ganz im Zeichen des Jubiläums 800 Jahre Stadt Wels. An zwei Wochenenden in Folge wird in der gesamten Stadt gefeiert: Von Freitag, 24. bis Samstag, 25. Juni stehen beim erwähnten 800-Jahre-Jubiläums-Stadtfest die Familien, Schulen und Vereine im Fokus der Feierlichkeiten. Am Freitag, 1. und Samstag, 2. Juli wird Party- und Konzertstimmung beim 800-Jahre-Jubiläums-MusikfestiWels geboten. An beiden Freitagen werden zudem die Öffnungszeiten im innerstädtischen Handel verlängert.

Am ersten Wochenende stehen Regionalität, Kennenlernen und Erlebnis im Vordergrund. Anlässlich des Jubiläums bieten Vereine, Organisationen, Schulen, Kindergärten und namhafte Firmen ein abwechslungsreiches Programm. Im Fokus dabei stehen Vielfalt und Erlebnis für Familien. Das 800-Jahre-Jubiläums-Stadtfest bietet einen spannenden Rundgang mit unterschiedlichen Mitmachstationen der diversen Vereine und Partner – vom Stadtplatz mit der Hauptbühne aus bis zum Kaiser-Josef-Platz!

Das zweite Wochenende bietet Musik und Entertainment pur: Neben der großen Hauptbühne am Kaiser-Josef-Platz werden der Minoritenplatz und weitere Bühnen in der Stadt musikalisch bespielt. Extra für das 800-Jahre-Jubiläums-MusikfestiWels werden namhafte Acts auf die Bühne geholt, und der Eintritt ist wieder kostenlos. Bitte die Termine gleich im Kalender vormerken – die Vorstellung der Acts folgt in den nächsten Wochen!

Weitere Veranstaltungen

Am Donnerstag, 21. April bietet die Volkshochschule um 17:30 Uhr im Herminenhof (Maria-Theresia-Straße 33) einen Vortrag unter dem Motto „Wels 800“ an. Mag. Karin Bachschweller vom Stadtarchiv unternimmt darin mit den Gästen einen Streifzug durch die Welser Geschichte. Der ursprünglich für den heurigen November geplante Vortrag „Ein Streifzug durch die österreichische Geschichte“ wird zwischen Mitte April und Anfang Mai nachgeholt, der Termin folgt zeitgerecht.

Von der letzten Aprilwoche bis Mitte Juni tragen alle Kinder der Welser Kindergärten und Pflichtschulen (samt AHS-Unterstufe) in der Sportanlage Mauth (Dr.-Arming-Straße 51) eine Laufolympiade aus. Rund 8.000 Kinder und Jugendliche ermitteln die schnellsten Mädchen und Burschen in ihrer Altersklasse. Die Siegerehrung findet am Wochenende des bereits erwähnten Stadtfestes statt.

Am Donnerstag, 9. Juni öffnet das Stadtarchiv im Herminenhof (Maria-Theresia-Straße 33) anlässlich des internationalen Tages der Archive seine Türen. Die Besucher bekommen einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben der Mitarbeiter, können unter fachkundiger Anleitung alte Urkunden und Fotos besichtigen und in einem Workshop das Schreiben alter Schriften ausprobieren.

Am Samstag, 11. Juni regiert die Blasmusik in Wels, wenn Kapellen aus dem ganzen Bezirk zur Marschwertung antreten. Zwischen Traungasse und Minoritenplatz gibt es ab 15:00 Uhr spektakuläre Pflicht- und Showprogramme und um 20:00 Uhr ein Gesamtspiel aller beteiligten Gruppen zu bestaunen. Das Bezirksmusikfest ist eine Kooperation von Stadt, Stadtmusik und Eisenbahnermusikverein.

Bildtext:  Die Schriftzüge „civitate welsa“ und „stat ze wels“ aus der mit 1222 datierten Urkunde.

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Wels zählt zu den ältesten Städten Österreichs und kann auf eine spannende und interessante Geschichte zurückblicken. Unsere Stadt hat sich von einer wirtschaftlich wichtigen römischen Siedlung zu einer der größten Städte im Bundesland entwickelt. 800 Jahre Stadt Wels sind auch 800 Jahre Geschichte ihrer Menschen. 2022 würdigen wir deshalb die wichtigsten Momente, Höhepunkte und Einschnitte unserer Stadt sowohl musikalisch als auch mit Ausstellungen oder Veranstaltungen. Wir dürfen uns auf ein großartiges Jubiläumsjahr voller Highlights freuen.“

Kulturreferentin Vizebürgermeisterin Christa Raggl-Mühlberger: „Wels wird 800 Jahre! So ein besonderes Jubeljahr gehört gebührend geehrt und gefeiert. Musikalisch machen wir einen Streifzug durch die Musikgeschichte. Ich freue mich darauf, dass die Kulturschaffenden von Wels in diesem besonderen Jahr sich künstlerisch präsentieren können und mit ihrer Kreativität ein ansprechendes und würdiges Rahmenprogramm gestalten.“

Bild- und Textquelle: Stadt Wels